Harte Einschnitte – der Pfarrplan 2024

Als in den 80er Jahren die Kirchengemeinde Großsachsenheim immer größer wurde und die Kirchensteuern sprudelten, bekam die Gemeinde endlich eine zweite Pfarrstelle. Auch in den kommenden Jahren wuchs sie schneller als die umliegenden Kirchengemeinden. Mit 3500 Gemeindegliedern ist Großsachsenheim nicht nur gemeinsam mit Vaihingen die größte Gemeinde im Bezirk, sondern damit auch fast genau auf der Marke von zweimal 1800 Gemeindegliedern, die von der Landeskirche für eine volle Pfarrstelle vorgegeben wurde.

Denn seit 2000 versucht die Landeskirche ihre Stellen über Pfarrpläne zu steuern. Damit soll Gerechtigkeit zwischen den Gemeinden hergestellt werden. Schließlich wächst eine Gemeinde und eine andere wird immer kleiner. Um diese Veränderungen abzubilden und – zumindest momentan – sinkende Berufsanfängerzahlen zu steuern, wurde dieses Instrument geschaffen. Dabei galt in den vergangenen Jahrzehnten immer die Maxime: Das Zentrum versorgt die Peripherie mit. Große Gemeinden sollten Dienste für kleine übernehmen.

Deshalb waren wir sehr überrascht, als der Vorschlag von Dekan Zeyher im April 2017 vorsah, nur noch 1½ Stellen in Großsachsenheim vorzusehen. Doch unterstützt durch die umliegenden Gemeinden, hätten wir das schon stemmen können. Doch dann kam im Herbst die nächste Idee: Großsachsenheim soll eine ganze Pfarrstelle verlieren, damit in den kleinen Gemeinden auch weiterhin überall das „Licht im Pfarrhaus an bleiben“ kann. Und so hat die Bezirkssynode in ihrer Sitzung am 23. Februar beschlossen, dass mit dem Eintritt von Frau Schleyer in den Ruhestand die Pfarrstelle Nord gestrichen wird. Die PfarrerInnen in Kleinsachsenheim, Hohenhaslach und Ochsenbach, werden dann die verbleibende Pfarrstelle unterstützen. Wie dies gelingen soll, ist niemand genau klar, da es ein solches Modell in unserer Landeskirche noch nicht gibt. Doch die Gesamtkirchengemeinde ist ein erster Schritt und weitere werden wir angehen, weil wir wissen, irgendwie wird es auf jeden Fall weitergehen.

Dieter Hofmann